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Salzburg

Ab 3. Oktober arbeiten Salzburger Frauen gratis

Der ÖGB (im Bild: ÖGB-Landesgeschäftsführerin Heidi Hirschbichler und ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Sissy Dobernig) stellt bei seiner heurigen „Equal Pay Day“-Kampagne die Frage: Würden Sie Ihrer Tochter weniger Taschengeld geben als Ihrem Sohn?“
Symbolbild Der ÖGB (im Bild: ÖGB-Landesgeschäftsführerin Heidi Hirschbichler und ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Sissy Dobernig) stellt bei seiner heurigen „Equal Pay Day“-Kampagne die Frage: Würden Sie Ihrer Tochter weniger Taschengeld geben als Ihrem Sohn?“

Steter Tropfen höhlt den Stein. Dieses Sprichwort trifft auch auf das Thema Einkommensgerechtigkeit – ein wichtiges Anliegen von ÖGB und AK – zu. Der Salzburger „Equal Pay Day“ findet heuer am 3. Oktober – und somit zwei Tage später als 2014 – statt. 

„Die ÖGB Frauen sehen diese Entwicklung als weiteren positiven Schritt in die richtige Richtung. Bis zur  endgültigen Einkommensgerechtigkeit zwischen Frauen und Männern ist es allerdings noch ein langer Weg“, stellt ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Sissy Dobernig fest.

In Salzburg verdienen Frauen bei Vollzeitarbeit noch immer durchschnittlich 11.531 Euro bzw. 24,7 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Dadurch hat ein Mann am 3. Oktober – dem „Equal Pay Day“ – schon so viel verdient wie eine Salzburgerin im gesamten Jahr. Im Österreich-Vergleich befindet sich Salzburg im hinteren Mittelfeld. Frauen in Vorarlberg, Oberösterreich und Tirol verdienen weniger, in der Steiermark, in Niederösterreich, im Burgenland, in Kärnten und in Wien verdienen besser. Besonders eklatant sind die Einkommensunterschiede bei den Verlierern und bei den Gewinnern. In Vorarlberg findet der „Equal Pay Day“ bereits am 10. September statt, in Wien erst am 27. Oktober.

Im Vergleich der Salzburger Bezirke sind Frauen in der Stadt Salzburg am nächsten dran an der Einkommensgerechtigkeit, hier fällt der „Equal Pay Day“ auf den 15. Oktober (Differenz: -21,2%). Am größten ist der Einkommensunterschied im Bezirk Salzburg Umgebung, wo Frauen um 28,2% weniger als Männer verdienen (EPD: 20. 9.). Dazwischen liegen der Tennengau (EPD: 23. 9., -27,4%), der Pongau (EPD: 24. 9., -27%), der Lungau (EPD: 29. 9., -25,7%) und der Pinzgau (EPD: 2. 10., -24,8%).

Mindesteinkommen erhöhen
„Zentrale Forderung des ÖGB ist die Erhöhung des Mindesteinkommens auf 1700 Euro brutto in allen Kollektivverträgen“, sagt ÖGB-Landesgeschäftsführerin Heidi Hirschbichler. „Gerade weil mehr Frauen als Männer in Niedriglohnbranchen arbeiten, würde ein höheres Mindesteinkommen von 1700 Euro in allen Kollektivverträgen die Einkommensunterschiede enorm verringern.“

Karenzzeiten für Vorrückungen anrechnen
Für Gabi Burgstaller, Frauenreferentin der AK Salzburg, liegt ein weiterer Grund in der häufig fehlenden Anrechnung von gesetzlichen Karenzzeiten. „Die Analyse der Einkommensberichte diverser Salzburger Firmen zeigt klar, dass die Unterschiede zwischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern innerhalb der jeweiligen Branchen erst dann eklatant werden, wenn Kinder kommen. In vielen Fällen werden Karenzzeiten nämlich noch immer nicht für Vorrückungen angerechnet. Wünschenswert wäre eine gesetzliche Regelung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, erklärt Burgstaller.

Weitere Forderungen der ÖGB-Frauen, die zur Schließung der Einkommensschere beitragen würden, sind:

 

  • Ausbau der Betreuungsplätze bei der Betreuung unter dreijähriger Kinder
  • Verpflichtende Frauenförderung in großen Betrieben und verbindliche Frauen-Quoten für Führungspositionen
  • Weiterentwicklung der Einkommensberichte mit dem Ziel einer besseren Lesbarkeit


Anlässlich des „Equal Pay Day“ informieren Salzburger Gewerkschafterinnen gemeinsam mit Betriebsrätinnen in zahlreichen Salzburger Betrieben über die nach wie vor bestehenden Einkommensunterschiede. Darüber hinaus klären Gewerkschaftsfunktionärinnen in Salzburger Einkaufszentren die Handelsangestellten über die ungerechte Situation auf. „Mit dem Slogan ,Würden Sie Ihrer Tochter weniger Taschengeld geben als Ihrem Sohn?‘ wird die bestehende Ungerechtigkeit sehr gut auf den Punkt gebracht“, sagt Hirschbichler.

„Wir ÖGB-Frauen kämpfen für die Rechte und Interessen aller erwerbstätigen Frauen. Unsere Ziele sind faire Einkommen, gerechte Arbeitsbedingungen, familienfreundliche sowie altersgerechte Arbeitszeitmodelle, Chancengleichheit im Betrieb, eigenständige Alterssicherung und modernes Arbeitsrecht“, so Dobernig abschließend.

 

 

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