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Ein gutes Leben für alle ist ein Leben ohne Gewalt. PX Media – stock.adobe.com

Wege aus der Gewalt: Hilfe bei häuslicher Gewalt

Häusliche Gewalt macht nicht an der Bürotür oder am Werkstor halt. Der ÖGB unterstützt Betriebsrat und andere Arbeitnehmer:innenvertreter dabei, Gewalt zu erkennen, Betroffene zu stärken und Hilfe zu vermitteln.

Gewalt hat viele Formen. Sie kann körperlich, psychisch, sexualisiert oder wirtschaftlich sein. Oft bleibt sie für Außenstehende unsichtbar. Doch ihre Folgen können sich auch am Arbeitsplatz zeigen – etwa durch Angst, Rückzug, Konzentrationsprobleme oder häufige Fehlzeiten.

Gerade deshalb kann der Arbeitsplatz ein wichtiger Ort sein, um Unterstützung zu finden. Kolleginnen und Kollegen sowie Betriebsräte können aufmerksam sein, zuhören und den Kontakt zu professionellen Beratungsstellen herstellen.

Mit dem Projekt „Wege aus der Gewalt – Aktiv gegen häusliche Gewalt mit Betriebsratsarbeit“ setzen sich die ÖGB Frauen dafür ein, Gewalt sichtbar zu machen, Betroffene zu unterstützen und Beschäftigte für das Thema zu sensibilisieren. Auf dieser Seite findest du Anlaufstellen für Betroffene, praktische Tipps für den Betrieb und kostenlose Informationsmaterialien.


Häusliche Gewalt erkennen: Welche Formen gibt es?

Gewalt beginnt nicht erst mit Schlägen. Sie kann unterschiedliche Formen annehmen:

  • Körperliche Gewalt: Schlagen, Stoßen, Würgen oder Verletzen.
  • Psychische Gewalt: Drohen, Demütigen, Einschüchtern oder Isolieren.
  • Sexualisierte Gewalt: Sexuelle Handlungen gegen den Willen einer Person.
  • Digitale Gewalt: Überwachung des Handys, Kontrolle von Nachrichten oder Verbreitung intimer Bilder ohne Zustimmung.
  • Ökonomische Gewalt: Geld vorenthalten, finanzielle Abhängigkeit erzwingen oder Erwerbsarbeit verhindern.

Häusliche Gewalt und Arbeitsplatz: Was können Betriebsräte tun?

Betriebsräte können wichtige Ansprechpersonen für Betroffene sein – sie müssen aber keine professionelle Beratung ersetzen:

  • Warnsignale erkennen: Wiederholte Verletzungen, Angst, Rückzug oder auffällige Fehlzeiten können Hinweise sein, müssen aber nicht auf Gewalt hindeuten.
  • Vertraulich ansprechen: Ein Gespräch unter vier Augen anbieten, zuhören und Betroffene nicht unter Druck setzen.
  • Hilfe vermitteln: Auf professionelle Beratungsstellen und Schutzangebote hinweisen.
  • Im Betrieb vorbeugen: Über Gewalt informieren, Hilfekontakte sichtbar machen und für einen respektvollen, sicheren Arbeitsplatz eintreten.

Wichtig: Betroffene entscheiden selbst, welche Hilfe sie annehmen. Bei unmittelbarer Gefahr die Polizei verständigen.


Kontakte

Vertrauliche und kostenlose Hilfe und Unterstützung für Betroffene von Gewalt.

Telefonnummer: +43 800 700 217


Telefonnummer Frauenhelpline

+43 800 222 555
(anonym, kostenlos, rund um die Uhr)

Regionale Beratungsangebote in ganz Österreich

Mitgliedseinrichtungen des Dachverbands der Frauen- und Mädchenberatungsstellen

HelpCh@t
(Mo–Fr, 18-20 Uhr)


Telefonnummer Männerberatung 24/7 (Männerinfo)

+43 0800 400 777
vertraulich, kostenlos, professionell und rund um die Uhr

Regionale Beratungsangebote in ganz Österreich

Mitgliedseinrichtungen des Dachverbands für Männer-, Burschen- und Väterarbeit

Chatberatung der Männerinfo
(Mo-So, 16–22 Uhr)


Auch nicht Betroffene bzw. Hilfesuchende können sich anonym, kostenlos und rund um die Uhr bei Helplines informieren!

1. Handfläche zeigen und Daumen anlegen. 2. Übrige Finger über den Daumen falten. - Dieses Handzeichen ist der internationale Hilferuf bei häuslicher Gewalt.

Plakate für den Betrieb


Flyer „Hol dir Hilfe - Wege aus der Gewalt"

Flyer „Bullshit-Bingo zu häuslicher Gewalt: Was Betroffene nicht mehr hören können“

Sticker: Wege aus der Gewalt



Ökonomische und strukturelle Gewalt




Wege aus der Gewalt – Jugendplakate


Video: Adelheid Kastner zu Gewalt gegen Frauen

Input zum Fall Gisèle Pelicot von Cornelia Primosch, ORF-Korrespondentin


Wir sind für dich da!

Aktiv gegen häusliche Gewalt mit Betriebsratsarbeit

Wir ÖGB Frauen sind davon überzeugt, ein gutes Leben für alle ist ein Leben ohne Gewalt. 

Und um das zu erreichen, unterstützen wir Betriebsrät:innen, Personalvertreter:innen, Behindertenvertrauenspersonen, Sicherheitsvertrauenspersonen sowie Jugendvertrauensrät:innen dabei, das schwierige Thema häusliche Gewalt anzusprechen und Unterstützung zu vermitteln.

Das vom Bundesministerium für Soziales geförderte Projekt "Aktiv gegen häusliche Gewalt mit Betriebsratsarbeit" zielt darauf ab, auch über den Arbeitsplatz einen Beitrag zur Beseitigung von häuslicher Gewalt leisten zu können.

Gemeinsam mit dem

werden  Kompetenzen gebündelt und die österreichweite Erreichung der Beschäftigten nachhaltig ermöglicht. 

Dafür konzentrieren sich die Projektpartner:innen auf folgende Schwerpunkte: 

  • Sensibilisierung gegen Gewalt
    • Welche Beispiele gibt es zu psychischer, physischer, sexualisierte und ökonomische Gewalt? 
    • Wie kann Gewaltprävention zu einem besseren Zusammenleben beitragen?
  • Stärkung von Gewaltbetroffenen und Arbeitnehmervertreter:innen
    • Welche konkreten Hilfestellungen gibt es? Welche für akute Notfälle?
    • Wie können Arbeitnehmer:innen und Arbeitnehmervertreter:innen häusliche Gewalt ansprechen?
    • Wie können sie mit diesem schweren Thema umgehen? 
  • Bekanntmachen von Beratungsstellen für Frauen & Männer 
    • Wo kann man sich österreichweit kostenlos und anonym beraten lassen? 
    • Welche lokalen Unterstützungsangebote gibt es?
    • Wie können Frauen und Männer entlastet werden?

Wir ÖGB Frauen stehen Dir sehr gerne als unterstützende Partnerin zur Verfügung, damit auch an Deinem Arbeitsplatz möglichst einfach niederschwellige Hilfe zur Weitervermittlung angeboten wird. Du erreichst uns unter frauen@oegb.at.

Allgemeine Infos zum Thema Gewalt