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Mehr Wertschätzung für Pflegepersonal

Durch Schwerstarbeit ist die Belastungsgrenze längst erreicht

„Das Thema Pflege ist zwar in aller Munde, dem Personal wird aber nicht die entsprechende Wertschätzung entgegengebracht“, stellt der Vorsitzende der ÖGB/ARGE-FGV (Fachgruppenvereinigung für Gesundheits- und Sozialberufe), Josef Zellhofer, anlässlich des Tages der Pflege fest. Der Pflegeberuf ist zu 80 Prozent weiblich, leistet täglich Schwerstarbeit und die Belastungsgrenze ist erreicht.

„Österreich braucht eine gute Pflege – ob in der Hauskrankenpflege, den Pflegewohnhäusern, den Spitälern, ob selbstständig, bei privaten oder öffentlichen Trägern. Wir fordern ein Gesundheitssystem, in dem der höchste Qualitätsstandard für alle zum Maßstab wird: Für die Genesung der PatientInnen ebenso wie für die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten“, skizziert Zellhofer die Vorstellungen der ÖGB/ARGE-FGV.

Die Realität zeigt allerdings ein anderes Bild. Zellhofer: „Es ist der Punkt erreicht, an dem bereits bei Dienstbeginn klar ist, dass sich die notwendigen Tätigkeiten auch bei größtem Arbeitseinsatz nicht bis Dienstende ausgehen können. Die Beschäftigten sind an ihrer Belastungsgrenze angekommen und die Ausfälle durch berufsbedingte Krankheiten steigen.“  Die fehlende Wertschätzung des Pflegepersonals drückt sich auch im Einkommen aus. Der ÖGB/ARGE-FGV-Vorsitzende: „Die Pflegekräfte, die sich heute schlecht bezahlt aufopfern, sind in der Zukunft von Altersarmut bedroht. Besonders dramatisch sind Teilzeitkräfte betroffen.“

Die ÖGB/ARGE-FGV fordert daher:

  • eine faire Bezahlung für einen attraktiven Pflegeberuf.
  • einen Stopp der chronischen Unterbesetzung und der Überlastung des Personals.
  • eine einheitliche Personalbedarfsberechnung.
  • einheitliche qualitative Standards in den Pflege- und Betreuungseinrichtungen.
  • eine zwingend vorgeschriebene Qualifizierung der MitarbeiterInnen.
  • messbare, überprüfbare und letztlich sanktionierbare Qualitätskriterien in allen Bereichen.
     

Ein Erfahrungsbericht aus dem mobilen Besuchsdienst

Wie sich die Digitalisierung auf den Pflegeberuf auswirkt, erklärt Ursula Hable, die in der mobilen Betreuung tätig ist. Smarte Geräte helfen hier bei der Organisation der Einsätze. Für manche sind sie aber auch ein Stressfaktor.

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