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Was man von der Steuer absetzen kann

Wer seinen Steuerausgleich macht, bekommt oft mehr Geld vom Finanzamt zurück als erwartet

Am Beginn jedes Jahres stehen ArbeitnehmerInnen vor einer großen Herausforderung, wenn es um die ArbeitnehmerInnenveranlagung geht. Viele verzichten darauf, weil sie schlicht nicht wissen, wie sie dieses Rätsel lösen sollen, andere sind der Meinung, sie würden nichts bekommen. Und so schenken viele ArbeitnehmerInnen dem Finanzminister jedes Jahr Geld.

Obwohl es seit 2017 die automatische ArbeitnehmerInnenveranlagung gibt, lohnt es sich in den meisten Fällen, sie selbst abzugeben. Und zwar am besten ab Anfang März, denn die Arbeitgeber haben bis Ende Februar Zeit die Jahreslohnzettel abzugeben.

ÖGB-Umfrage zeigt, nicht alle holen sich ihr Geld zurück

Dass nicht alle ihre ArbeitnehmerInnenveranlagung machen und sich zu viel bezahltes Geld vom Finanzamt zurückholen, zeigt auch die aktuelle Umfrage von oegb.at auf Facebook, Instagram und Twitter.

Auf Facebook geben 92 Prozent an, regelmäßig einen Steuerausgleich zu machen  8 Prozent tun das nicht. Unter den Instagram-Usern holen sich nur 85 Prozent ihr Geld zurück, bei den Twitter-Usern sind es sogar nur 78 Prozent.

Wann zahlt sich eine ArbeitnehmerInnenveranlagung aus?

Für Teilzeitbeschäftigte, Lehrlinge, FerienjobberInnen und Personen, die während des Jahres von Vollzeit auf Teilzeit gewechselt oder in Karenz gegangen sind oder nicht durchgehend beschäftigt waren, kann es zu einer Gutschrift kommen.

Außerdem gibt es für Eltern den AlleinerzieherInnen- oder verdienerInnenbetrag, sowie den Familienbonus. Auch wer Sonderausgaben, Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen absetzen kann, sollte auf die Veranlagung nicht verzichten.

Was kann zusätzlich zu den Sonderausgaben abgesetzt werden?

  • Pendlerpauschale

Unter gewissen Voraussetzungen haben ArbeitnehmerInnen Anspruch auf die kleine oder große Pendlerpauschale. Die kleine Pendlerpauschale steht zu, wenn die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels zumutbar ist. Die große, wenn das nicht der Fall ist. Zusätzlich zur großen oder kleinen Pendlerpauschale gibt es seit 2013 auch einmal pro Jahr einen Pendlereuro für jeden Kilometer des Hin- und des Retourweges. Mehr Informationen zur Pendlerpauschale und zum Pendlerrechner

  • Familienbonus

Wer den Familienbonus bereits im vergangenen Jahr über die Gehaltsabrechnung ausbezahlt bekam (Formular E30), muss den Familienbonus trotzdem zwingend im Rahmen des Steuerausgleichs nochmals beantragen. Ansonsten drohe eine Rückzahlungsforderung des Finanzamts! Die Beantragung ist erstmalig im Rahmen der Steuererklärung für das Jahr 2019 mittels Formular „Beilage zur Arbeitnehmerveranlagung – L1k“ möglich.

Der Familienbonus ist ein Absetzbetrag in der Höhe von 1.500 Euro pro Kind und Jahr bis zum 18. Lebensjahr des Kindes. Die Steuerlast reduziert sich dadurch um bis zu 1.500 Euro pro Jahr. Für Kinder ab 18 Jahren gibt es einen reduzierten Familienbonus von 500 Euro jährlich, wenn für dieses Kind Familienbeihilfe bezogen wird. 

Mehr Informationen zum Familienbonus

  • Aus- und Fortbildungskosten sind Werbungskosten

Aus- und Fortbildungskosten, die durch den Beruf veranlasst sind und von auch selbst bezahlt werden, können bei der Steuer berücksichtigt werden. Abzugsfähig sind die Kursgebühren, die Kursunterlagen, Prüfungsgebühren, Kopierkosten, aber auch die Fahrtkosten zum Kursort – also alle Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Kurs anfallen.

  • Computer abschreiben

Wer sich einen Computer kauft, den er/sie auch beruflich nutzt, kann ihn über mehrere Jahre hinweg als Werbungskosten abschreiben. Für die private Nutzung müssen 40 Prozent der Kosten für Gerät und Zubehör abgezogen werden. Bei einem Computer geht man davon aus, dass er drei Jahre genutzt wird, das Absetzen der Kosten (also die restlichen 60 Prozent) für die Abnutzung wird also auf drei Jahre verteilt.

ACHTUNG: Einen Computer, den Sie für die Ausbildung des Kindes kaufen, können Sie jedoch nicht absetzen.

  • Betriebsratsumlage abschreiben

Die Betriebsratsumlage wird zwar bei der Lohnverrechnung gleich vom Arbeitgeber einbehalten. Sie wirkt sich da aber noch nicht steuermindernd aus. Deshalb lohnt es sich die gesamte Betriebsratsumlage bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung unter „Sonstige Werbungskosten“ einzutragen.

  • Gewerkschaftsbeitrag abschreiben

Gewerkschaftsbeiträge dürfen dann als Werbungskosten geltend gemacht werden, wenn diese noch nicht vom Arbeitgeber einbehalten und bei der Lohnverrechnung berücksichtigt wurden.

  • Außergewöhnliche Belastungen

Beispiele für außergewöhnliche Belastungen mit Selbstbehalt sind: Krankheitskosten, Kurkosten, Kosten für ein Alters- oder Pflegeheim und für häusliche Pflege und Betreuung von Angehörigen und Begräbniskosten. Die Höhe des Selbstbehaltes hängt vom Einkommen ab.

Außergewöhnliche Belastungen ohne Selbstbehalt sind: Kosten für das Beseitigen von Katastrophenschäden und Mehrkosten, die wegen einer Behinderung oder für eine notwendige Diätverpflegung entstehen. Detaillierte Informationen

Müssen Rechnungen mitgeschickt werden?

Nein. Rechnungen und Quittungen sollten aber sieben Jahre lang aufbewahrt werden, falls das Finanzamt doch einmal nachfragt.

Wie funktioniert die automatische ArbeitnehmerInnenveranlagung
 

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