Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Burgenland

Was eine Arbeitsstiftung ist und was sie dir bringt

Gewerkschaftlich erprobtes Modell zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit

Bundeskanzler Sebastian Kurz hat aufgrund der hohen Arbeitslosenzahlen für kommenden Herbst die Gründung einer Arbeitsstiftung angekündigt. Arbeitsstiftungen sind allerdings keine neue Erfindung der Bundesregierung, sondern ein gewerkschaftlich jahrzehntelang erprobtes Modell für den Krisenfall, um neue Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen und arbeitslose Personen bei der Reintegration am Arbeitsmarkt zu unterstützen. 

Was ist eine Arbeitsstiftung? 

Die Arbeitsstiftung ist eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme, die regelmäßig im Zusammenhang mit Sozialplänen beschlossen wird. Arbeitsstiftungen bieten alle wichtigen arbeitsmarktbezogenen Hilfestellungen zur beruflichen Neuorientierung und Weiterqualifizierung von Arbeitskräften an. 

In der Regel gründen ein oder mehrere Unternehmen, die einen größeren Personalabbau planen, in Zusammenarbeit mit Geschäftsführung, Betriebsrat, Belegschaft, Regierung und Arbeitsmarkservice eine Arbeitsstiftung. Die Finanzierung erfolgt meist durch Mittel der Arbeitgeber und des AMS. Es können sich beispielsweise auch mehrere Unternehmen einer Region oder einer Branche zu einer Arbeitsstiftung zusammenschließen.

Zusätzlich gibt es auch dauerhaft eingerichtete Stiftungen wie die Stahlstiftung der voestalpine, die Beschäftigten, die aufgrund struktureller Veränderungen ihre Arbeitsplätze verlieren, ein Auffangnetz bieten. 

Wie funktioniert eine Arbeitsstiftung? 

Nach einer Orientierungsphase von üblicherweise maximal sechs Wochen können im Rahmen der Arbeitsstiftung bis zu drei Jahre lang Weiterbildungen und Ausbildungen wie eine Lehre oder ein Studium absolviert werden. So haben auch hochqualifizierte SpezialistInnen die Chance, wieder in anderen Bereichen am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und ihren Lebensstandard zu halten. Je mehr der Arbeitgeber investiert, desto mehr Leistungen können für die betroffenen Beschäftigten zur Verfügung gestellt werden. Die Teilnahme an der Arbeitsstiftung ist dabei freiwillig. 

Die Arbeitsstiftungen werden über Stiftungsträger abgewickelt. In Wien ist beispielsweise der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfond (WAFF) gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) dafür zuständig. In den Bundesländern ist das unterschiedlich geregelt

Der Beginn der Arbeitsstiftungen 

Die voestalpine-Stahlstiftung war im Jahr 1987 eine der ersten Arbeitsstiftungen in Österreich. Im Jahr 1995 wurde im Zuge des österreichischen EU-Beitritts die „AUFLEB“ als gemeinsame Stiftung von WKÖ und ÖGB, ursprünglich für die gesamte Lebensmittelbranche eingerichtet. In den letzten Jahren lag der Schwerpunkt der Stiftung bei der Abwicklung von Jugendstiftungen für junge Arbeitslose, die lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügen. Diesen soll mittels der Stiftung ein Lehrabschluss ermöglicht werden, um ihre Chancen am Arbeitsmarkt signifikant zu erhöhen.

Heute sind Arbeitsstiftungen, zusätzlich zum Sozialplan, ein viel genutztes gewerkschaftliches Modell für den Krisenfall, um arbeitslose Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zu bringen. 

Ähnliche Themen:

Maskenpflicht gelockert in Österreich 06.07.2020

Maskenpflicht spaltet Österreich

Viele Menschen aus der ÖGB-Community wollen den Mund-Nasen-Schutz dennoch weiter tragen 
Erschöpfte Pflegerin 02.07.2020

Beschäftigte in der Pflege: Warten auf Corona-Prämie

Parlamentarische Anfrage zum ÖGB-Corona-Tausender
30.06.2020

Sieben EU-Länder belohnen Corona-HeldInnen mit Bonus

HeldInnen in Österreich warten immer noch auf Corona-Tausender. Worauf wartet die Bundesregierung?

Artikel weiterempfehlen