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Vorarlberg

Fraueneinkommen: Vorarlberg Schlusslicht!

ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Iris Seewald fordert 1.700 Mindestlohn und Rechtsanspruch auf Kinderbetreuungsplatz.

Heute ist der Vorarlberger Equal Pay Day. Die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern schließt sich kaum. Nach wie vor verdienen Frauen in Österreich, im Speziellen aber in Vorarlberg, weniger als ihre männlichen Kollegen. Der Einkommensunterschied bei ganzjährig vollzeitbeschäftigten ArbeitnehmerInnen liegt im Ländle bei 27 Prozent. In der Pension entsteht sogar eine Pensionslücke von 50 Prozent. Die Konsequenz ist Altersarmut von Frauen.

„Der Equal Pay Day ist der Tag, ab dem Frauen statistisch gesehen bis zum Jahresende gratis arbeiten“, erklärt Iris Seewald, ÖGB-Landesfrauenvorsitzende. „Österreichweit begehen wir diesen Tag erst am 22. Oktober, in Wien gar erst am 11. November. Im Bundesländervergleich liegt das Ländle damit einmal mehr weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Während im Bundesschnitt der Unterschied zwischen Männer- und Fraueneinkommen 19 Prozent beträgt, liegt dieser Wert in Vorarlberg bei unglaublichen 27 Prozent“, für Seewald eine Schande.  

Für die Gewerkschafterin muss vor allem bei der Kinderbetreuung angesetzt werden, um die Lohnschere zu schließen. "Für mich ist der Knackpunkt die sogenannte 'unbezahlte Arbeit' - sprich Kindererziehung, Pflege und Haushalt", sagt Seewald. „Wir brauchen daher dringend den Ausbau von leistbaren Kinderbetreuungseinrichtungen und einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz sowie eine bessere Bewertung der Kindererziehungszeiten.“

LeistungsträgerInnen sind großteils Frauen und schlecht bezahlt

Wie sich die Lohn-Ungleichheit in Zukunft entwickeln wird, sei aufgrund der prekären Umstände durch die Corona-Pandemie unklar. Teils seien Frauen stark von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit betroffen, etwa im Tourismus oder Dienstleistungsbereich, andererseits seien viele Frauen in sogenannten systemrelevanten Berufen beschäftigt. Seewald dazu: „In den letzten Wochen war viel von den Heldinnen und Helden der Arbeit die Rede. Die Corona-Krise hat gezeigt, wie unverzichtbar die Arbeit dieser Menschen für die Gesellschaft ist. Beschäftigte in den Gesundheitsberufen, im Handel, in der Reinigung oder in der Kinderbetreuung halten das Land am Laufen. In vielen dieser Berufe sind allerdings die Arbeitsbedingungen verbesserungswürdig und das Lohnniveau niedrig. Die meisten dieser beklatschten HeldInnen sind Frauen. Für sie brauchen wir dringend eine faire Bezahlung und mehr Gerechtigkeit.“

1.700 Euro Mindestlohn und faire Arbeitszeiten

Die Gewerkschaftsfrauen legen daher in diesem Jahr einen besonderen Fokus auf die LeistungsträgerInnen dieses Landes und machen mit der Initiative „Wir sind LeistungsträgerInnen. Wir verdienen mehr!“ auf ihre Forderungen aufmerksam:

  • 1.700 Euro brutto Mindestlohn/Mindesgehalt in allen Kollektivverträgen. Vor allem Branchen, in denen viele Frauen beschäftigt sind, profitieren davon.

  • Kürzere und planbare Arbeitszeiten

  • Anhebung des Mehrarbeitszuschlags auf Überstundenniveau (50 %)

  • Einkommenstransparenz in den Betrieben

  • Leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche

  • Ausreichender Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz für die Beschäftigten

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