Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Auftraggeberhaftung – was ist das?

Unternehmen wie Amazon in die Pflicht nehmen und Lohnstandards sichern

Nach der Razzia im Amazon-Verteillager bei Wien gibt es dutzende Strafen – aber nicht für den Online-Riesen, sondern für seine Subunternehmen.

Der ÖGB fordert deswegen eine Auftraggeberhaftung, um Konzerne im Kampf gegen Lohndumping in die Pflicht nehmen zu können – was ist damit gemeint?

Mehr als 100.000 Pakete werden Tag für Tag alleine vom Verteilzentrum Großebersdorf bei Wien auf die Reise zu ihren BestellerInnen geschickt. Das lohnt sich für Amazon nur deswegen, weil mit der Verteilung und Zustellung fast ausschließlich Subfirmen beschäftigt sind. Ein-Personen-Unternehmen, die oft wiederum MitarbeiterInnen beschäftigen, die trotz geringem Lohn oft das Vielfache der Stunden arbeiten, für die sie angemeldet sind.

„Ein Fördermodell für Scheinselbständigeit, eine maximal unzulässige Vorgangsweise, für die Amazon zur Rechenschaft gezogen werden muss.“
ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian.

Mit einer Auftraggeberhaftung, wie es sie für die Bauwirtschaft bereits gibt, wäre genau das möglich: Sie besagt, dass der Generalunternehmer beziehungsweise der Auftraggeber bei der Erbringung von Bauleistungen für das Entgelt und für die Abgaben aus Arbeitsverhältnissen von Subunternehmen haftet. Trifft die Finanzpolizei auf einer Baustelle nicht korrekt angemeldete Maurer oder Handwerker, geht die Strafe an den Generalunternehmer. Das gilt für alle etwaigen arbeitsrechtlichen Missstände im Zusammenhang mit diesem Auftrag.

Generalverdacht?

Eine solche Auftraggeberhaftung stelle Firmen pauschal unter Verdacht, deswegen lehne er sie ab, sagt der Finanzminister. „Wer nichts befürchten muss, der hat auch nichts zu verbergen“, erklärt Katzian, warum dies kein nachvollziehbares Argument ist. Es geht dem ÖGB nicht darum, die vielen Unternehmen, die für korrekte Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten sorgen, in Misskredit zu bringen, aber der Handlungsbedarf sei evident.

Wer nichts befürchten muss, der hat auch nichts zu verbergen.

Davon abgesehen ist die Auftraggeberhaftung in der Baubranche auch ein regulatives Instrument. Sie schreibt vor, dass alle in Österreich beschäftigten Bauarbeiter nach österreichischen Lohnstandards entlohnt werden müssen.

Damit wird also vermieden, dass ausländische Unternehmen mit unterentlohnten Arbeitskräften in Österreich tätig werden und dadurch Wettbewerbsvorteile haben, so der ÖGB-Präsident: „Sie schützt den Wirtschaftsstandort vor Lohndumping aus dem Ausland. Das müsste auch im Interesse der heimischen Unternehmen sein.“

Ähnliche Themen:

Amazon Paket 03.06.2020

Das Virus macht vor ArbeitnehmerInnen nicht halt

Nach etlichen Fällen im Ausland haben sich nun auch in Österreich Amazon-LagerarbeiterInnen angesteckt
07.05.2020

Amazon kann tödlich sein 

In Frankreich und den USA sind bereits mehrere Amazon-LagerarbeiterInnen an Corona verstorben  
31.03.2020

Amazon: 3 Arbeiter entlassen, weil sie Schutz vor Coronavirus forderten

Ein Skandal nach dem anderen: In den USA wurden drei Arbeiter nach Protest fristlos entlassen
Newsletterauswahl

Bleib in Krisenzeiten informiert!

Abonniere jetzt den ÖGB-Newsletter und erhalte die wichtigsten aktuellen Nachrichten zum Thema "Arbeitswelt & Corona" in dein Postfach - gratis, kompakt und natürlich jederzeit kündbar!
Geschlecht
Geschlecht:
Name

Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.

Artikel weiterempfehlen

Wir sind für Sie Da!
Österreichischer Gewerkschaftsbund
Johann-Böhm-Platz 1
A-1020 Wien
Telefon: +43 / 1 / 534 44 39
e-Mail: oegb@oegb.at
© Österreichischer Gewerkschaftsbund | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutz | Inhalt English