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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Einkommensberichte ausweiten

40 Jahre Gleichbehandlungsgesetz: Kein Grund zum Ausruhen

Seit 40 Jahren sollte gleicher Lohn für gleiche Arbeit bezahlt werden. Frauen verdienen aber nach wie vor 20 Prozent weniger als Männer.

Frau E. wird schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen in der gleichen Position. Mit mehr Einkommenstransparenz wäre es nicht so weit gekommen. Daher fordern die ÖGB-Frauen eine rasche Weiterentwicklung der Einkommensberichte, da diese für mehr Transparenz sorgen. „Einkommensberichte nur in Großunternehmen und ohne Sanktionen sind zu wenig“, betont ÖGB-Vizepräsidentin Korinna Schumann.

Frauen verdienen weniger

Frau E. arbeitet als Diplom-Ingenieurin in einem großen Unternehmen im technischen Bereich. Sie hat dort nacheinander zwei leitende Positionen. Sechs Monate lang arbeitet sie sogar gleichzeitig in beiden Positionen. Männliche Kollegen, die in einer dieser Positionen arbeiten, bekommen in der gleichen Zeit wesentlich schneller ein höheres Gehalt als Frau E. Aus diesem Grund wendet sie sich an die Gleichbehandlungsanwaltschaft (GAW).

Im Prüfverfahren wird festgestellt, dass Frau E. von ihrem Arbeitgeber diskriminiert wurde. Ihr Arbeitgeber nimmt den Vorschlag, Schadenersatz zu zahlen, nicht an. Dank der Vorarbeit der GAW und dem positiven Ergebnis bei der Gleichbehandlungskommission (GBK) gelingt es, nach Einbringung einer Klage, einen Vergleich zu verhandeln. Frau E. erhält die angemessene Summe von 15.000 Euro.


Einkommensberichte ab 100 ArbeitnehmerInnen

Vor 40 Jahren wurde das Gleichbehandlungsgesetz für die Privatwirtschaft beschlossen, das unter anderem die Gleichbehandlung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt umfasst. Seit 40 Jahren also sollte gleicher Lohn für gleiche Arbeit bezahlt werden, nach wie vor ist das aber nicht der Fall. Der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern betrug vergangenes Jahr rund 20 Prozent. Um Diskriminierungen sichtbar zu machen und mehr Gerechtigkeit bei der Entlohnung zu erreichen, ist es aus Sicht der ÖGB-Frauen umso wichtiger, den Hebel dort anzusetzen, wo er nützt: bei den Einkommensberichten.

Diese müssen aus Sicht der ÖGB-Frauen rasch weiterentwickelt werden. „Die ÖGB-Frauen fordern verpflichtende Einkommensberichte in Unternehmen ab 100 ArbeitnehmerInnen sowie die Ausweitung auf alle Dienstgeber“, betont die ÖGB-Vizepräsidentin. Außerdem sollen Firmen, die keinen Einkommensbericht erstellen, spürbare Sanktionen drohen, etwa hohe Geldstrafen.


Was sind Einkommensberichte?
Seit 2011 sind Arbeitgeber – ab einer bestimmten Zahl an ArbeitnehmerInnen – verpflichtet, einen Einkommensbericht zu erstellen. Dieser soll aufzeigen, wie Frauen und Männer im Betrieb eingestuft sind und was sie durchschnittlich für ihre Arbeit bezahlt bekommen. Beinhalten muss der Bericht daher die Anzahl der Frauen und Männer in den jeweiligen Verwendungsgruppen und das Durchschnittsentgelt von Frauen und Männern in den jeweiligen Verwendungsgruppen.

Der Bericht muss in anonymisierter Form erstellt werden und darf keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen zulassen. Außerdem muss er dem (Zentral-)Betriebsrat übergeben werden. Besteht kein Betriebsrat, muss der Bericht in einem Raum aufgelegt werden, der für alle ArbeitnehmerInnen zugänglich ist.

Einkommensbericht: Was Beschäftigte beachten müssen?
ArbeitnehmerInnen sind zur Verschwiegenheit über den Inhalt des Einkommensberichts verpflichtet. Eine Beratung oder Rechtsauskunft bei der Arbeiterkammer oder Gewerkschaft oder die Einleitung eines Verfahrens zur Durchsetzung von Ansprüchen nach dem Gleichbehandlungsgesetz stehen dem nicht entgegen.

​Mehr Informationen:
Das Gleichbehandlungsgesetz
Gleichbehandlungsanwaltschaft
Der Einkommensbericht – Ein Praxis-Ratgeber

 

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