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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Armut im Alter

Umfrage zeigt: 25 Prozent der Frauen haben Angst im Alter von Armut betroffen zu sein

Ein Viertel der Frauen in Österreich fürchtet sich, in der Pension von Armut betroffen zu sein. Unter den Alleinerzieherinnen haben sogar 38 Prozent Angst vor Altersarmut. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die SPÖ-Frauen diese Woche präsentiert haben. Befragt wurden mehr als 500 Frauen zwischen 21. März und 1. April 2019.

Frauen in vielen Bereichen benachteiligt

Als wenig überraschend bezeichnet Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende die Umfrageergebnisse. Laut EU-SILC 2017 sind 511.000 Frauen ab 20 Jahren in Österreich armutsgefährdet. Sie sind von Armut stärker betroffen als Männer, insbesondere wenn es um Altersarmut geht: 70 Prozent der armutsgefährdeten Menschen über 65 sind Frauen. „Frauen sind nach wie vor in vielen Bereichen benachteiligt – sie werden schlechter bezahlt als Männer, arbeiten oft unfreiwillig in Teilzeit und übernehmen den Großteil der unbezahlten Arbeit. Das führt auch dazu, dass sie niedrige Pensionen bekommen und besonders von Altersarmut betroffen sind“, erklärt Schumann. Höchste Zeit, dass die Regierung aktiv wird und Maßnahmen gegen Frauenarmut setzt – das sagen nicht nur die ÖGB-Frauen, sondern auch 90 Prozent der befragten Frauen. Ganz oben auf ihrer Liste stehen Lohngerechtigkeit, Unterstützung und Kinderbetreuung.

Gesetzliche Anrechnung der Karenzzeiten – jetzt!

Und was macht die Regierung? Sie führt den 12-Stunden-Tag ein, kürzt bei der Mindestsicherung, erschwert die Arbeit von Frauenberatungsstellen und stellt auch nicht mehr Geld für die Kinderbetreuung zur Verfügung – alles Maßnahmen, die erhebliche negative Auswirkungen vor allem für Frauen mit sich bringen werden. „Vergebens warten wir darauf, dass die Regierung für Verbesserungen sorgt und ihr Versprechen einlöst, die Anrechnung der Karenzzeiten gesetzlich zu regeln. Je länger das blockiert wird, desto mehr Geld verlieren Frauen, die sich für Kinder entscheiden“, betont Schumann. Auch wenn die Gewerkschaften immer wieder Fortschritte bei der Anrechnung der Karenzzeiten erzielen – wie etwa die Gewerkschaft Bau-Holz im Baunebengewerbe -, schauen nach wie vor viele Mütter durch die Finger. 

Nicht nur bei der Anrechnung der Karenzzeiten steht die Regierung auf der Bremse. Versprochen wurde auch ein Rechtsanspruch auf den Papamonat, der einerseits Vätern ermöglichen würde, mehr Zeit mit ihrem Kind zu verbringen und andererseits eine wichtige Maßnahme wäre, um die unbezahlte Arbeit gerechter aufzuteilen. Seit Wochen wird auch dieser verzögert. Ähnlich sieht es auch beim Thema Lohngerechtigkeit aus: Die Frauenministerin spricht über Lohntransparenz, ruft „runde Tische“ ein und warnt vor Teilzeit - darüber hinaus passiert aber nicht viel. 

Worten müssen Taten folgen

Um Altersarmut vorzubeugen, braucht es laut ÖGB-Frauen neben der gesetzlichen Anrechnung der Karenzzeiten auch einen Rechtsanspruch auf ein Gratis-Kinderbetreuungsplatz für jedes Kind sowie ein Lohntransparenzgesetz. „Worte alleine helfen keiner einzigen Frau, keiner einzigen Mutter. Die Aufgabe der Politik ist es, für geeignete Rahmenbedingungen zu sorgen und die Hürden für jene zu beseitigen, die Vollzeit arbeiten wollen, es aber aus unterschiedlichsten Gründen nicht können“, betont die ÖGB-Vizepräsidentin.

Einige Umfrageergebnisse im Überblick:

• Frauen werden generell als viel stärker von Armut betroffen oder gefährdet gesehen als Männer (einzige Ausnahmen: Alleinerzieher)
• Ein Viertel der Befragten hat selbst (sehr) Angst davor, in der Pension arm oder armutsgefährdet zu sein.
• 4 von 10 sehen eine Verschlechterung der Lebenssituation von armutsgefährdeten/in Armut lebenden Frauen im letzten Jahr
• 9 von 10 befragten Frauen sehen die Dringlichkeit von Maßnahmen gegen Frauenarmut: Lohngerechtigkeit, Unterstützung und Kinderbetreuung stehen ganz oben auf der Liste
• Aus Sicht der Befragten ist die Politik am Zug.

Mehr Informationen:
Alt,arm und weiblich
Gewerkschaften schaffen Lösungen
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