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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund
Klimawandel trifft vor allem Arme. Ärmere Bevölkerungsgruppen leiden am meisten unter Klimakrise. ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian: Gesundheit der Menschen schützen und Armutsgefährdung verhindern

Klimawandel trifft vor allem Arme

Ärmere Bevölkerungsgruppen leiden am meisten unter Klimakrise

Der Klimawandel schreitet mit großen Schritten voran. Vor allem die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor steigen in Österreich nach wie vor massiv. Ein Großteil des CO2-Ausstoßes wird neben dem Verkehr von Großunternehmen und Industrie verursacht. Während die reichsten Bevölkerungsschichten von billigen Flugreisen, Elektroautos und Bio-Lebensmitteln profitieren, trifft die Auswirkungen des Klimawandels besonders die ärmsten Teile der Bevölkerung.

10 Prozent des Einkommens für Energie

Menschen mit weniger Einkommen leben großteils in kleinen Mietwohnungen. Die Bausubstanz ist meist in die Jahre gekommen und es gibt keine Wärmedämmung, Außenjalousien oder Klimaanlagen. Die Hitze staut sich also in den Wohnungen und die meisten Menschen habe keine Möglichkeiten, an kühlere Orte auszuweichen.

„Dazu haben die Menschen keine finanziellen Möglichkeiten, energieineffiziente Wohnungen zu sanieren oder veraltete und energieraubende Geräte auszutauschen. Die Energiekosten sind für diese Menschen im Verhältnis zum Haushaltseinkommen daher sehr hoch – oft sind es mehr als zehn Prozent“, erklärt ÖGB-Volkswirt Georg Kovarik. Dabei entstehen in Extremphasen auch Energieschulden, wenn etwa eine Nachzahlung im Zuge der Jahresabrechnung nicht beglichen werden kann, oder es bleibt kein Geld zur Abdeckung anderer Grundbedürfnisse wie Essen übrig.

Niedrigere Lebenserwartung für Ärmere

Ärmere Bevölkerungsgruppen wohnen zusätzlich öfter in günstigen Wohngegenden mit starkbefahrenen Straßen oder in der Nähe von Industriegebieten. Dadurch sind sie einer hohen Lärm- und Abgasbelastung ausgesetzt. Diese Wohnsituationen sind psychisch belastend und gesundheitsschädlich. Dazu arbeiten die unteren Einkommensschichten statistisch gesehen häufiger in körperlich anstrengenden Berufen oder im Freien, wo sie der extremen Hitze auch am Arbeitsplatz direkt ausgesetzt sind – beispielsweise am Bau.

Grundsätzlich haben ärmere Bevölkerungsgruppe auch weniger Geld für alltägliche Einkäufe zur Verfügung. Gesunde Ernährung bzw. Bio-Lebensmittel sind meist teuer und daher für viele Menschen kaum leistbar. All diese Faktoren wirken sich negativ auf den Gesundheitszustand und die Lebenserwartung der Menschen aus. Dadurch leiden sie besonders unter den immer öfter vorkommenden Hitzewellen.

Klimabewusstes Leben muss für alle leistbar sein

Den Klimawandel zu bekämpfen heißt also auch, die Gesundheit der Menschen zu schützen und Armutsgefährdung zu verhindern. „Es ist nett, wenn alle appellieren, dass sich Menschen in ihrem Verhalten ändern und ökologischer werden müssen. Das Problem ist aber: Dieses geänderte Verhalten muss man sich auch leisten können“, betont ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian auch im Zuge des Sommerdialogs zu „Klimawandel und Hitze.

Der ÖGB steht für:

  • leistbares Wohnen.
  • die Bekämpfung von Energiearmut.
  • Investitionen in nachhaltige Energieformen.
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