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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Ja zur Lehre für AsylwerberInnen

ÖGJ-Vorsitzende Susanne Hofer im Interview
ÖGJ-Vorsitzende Susanne Hofer fordert: ÖGJ-Vorsitzende Susanne Hofer fordert: "Ausbildung statt Abschiebung"
 
Susanne Hofer, Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), fordert: AsylwerberInnen sollen die Lehre in einem Mangelberuf nicht nur abschließen dürfen, sondern mit der Absolvierung auch die volle Arbeitserlaubnis bekommen. Was hinter dieser Forderung steckt, beantwortet sie im Interview mit oegb.at.
 
oegb.at: Warum sollten AsylwerberInnen in Österreich eine Lehre machen dürfen?
 
Susanne Hofer: Es soll ganz einfach für jeden Menschen, der in Österreich wohnt, die Möglichkeit geben, sich eine Zukunft aufbauen zu können. Und damit auch das Wissen und Können, mit dem er später etwas anfangen kann. Wir haben in Österreich die Ressourcen dafür. Und viele Arbeitgeber würden sich wünschen, genau diese motivierten, jungen Menschen, die etwas lernen wollen, aufzunehmen.
 
Aktuell gibt es den Vorschlag, Asylbescheide erst nach Ende der Lehrausbildung auszustellen. Was hältst du davon?
 
Überhaupt nichts. Das würde nur dazu führen, dass die Zeit der Ungewissheit für die Betroffenen noch länger wird. Es kann nicht sein, dass ein Lehrling im ersten Lehrjahr jahrelang auf die Entscheidung warten muss, ob er in Österreich bleiben darf oder nicht. Statt jugendliche AsylwerberInnen als Spielball der Politik zu missbrauchen, muss endlich etwas unternommen werden, damit die Ausstellung von Asylbescheiden schneller vorangeht.
 
Sollen AsylwerberInnen auch nach der Lehre noch in Österreich bleiben dürfen?
 
Ja, natürlich. Die Leute, die eine Lehre gemacht haben oder gerade machen, sind in der Regel voll integriert und tragen außerdem viel zu unserem System bei. Viele Betriebe wollen ja ihre MitarbeiterInnen nach erfolgreich absolvierter Ausbildung weiter beschäftigen. Deshalb sollen AsylwerberInnen nach ihrer Lehre die volle Arbeitserlaubnis bekommen. Es geht hier aber nicht nur um den wirtschaftlichen Aspekt, sondern auch um den menschlichen. Jungen Menschen, die sich hier ein Zuhause aufbauen und die versuchen, sich hier eine Zukunft aufzubauen, das alles wieder zu nehmen, ist einfach unmenschlich.
 
INFO:
Aktuell dürfen AsylwerberInnen während des laufenden Asylverfahrens eine Lehre beginnen – allerdings nur in sogenannten Mangelberufen, also in Berufen, in denen ein Lehrlingsmangel herrscht. 881 AsylwerberInnen befinden sich derzeit in Lehre und warten auf ihren Asylbescheid.
 

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