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Burgenland

Equal Pay Day

Männer und Frauen schließen die Einkommensschere

Der Equal Pay Day – heuer im Burgenland der 9. Oktober – ist der Tag an dem die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern im Jahr 2013 statistisch endet – nach 281 Tagen. Das bedeutet, dass Frauen quasi fast drei Monate (84 Tage) des Jahres unbezahlt arbeiten. Das Burgenland liegt im heurigen Jahr zwar wieder mit 0,2 Prozent über den Österreichschnitt, die Zahlen haben sich im Vergleich zum Vorjahr jedoch nicht wesentlich gesteigert. Der Unterschied zum Vorjahr beträgt im Burgenland gerade einmal einen Tag oder 0,3 Prozent.

„Wir haben in den vergangenen Jahren zwar viel erreicht – verbesserte Anrechnung von Karenzzeiten in einigen Kollektivverträgen und der weitere Ausbau der Kinderbildungseinrichtungen – der große Wurf war es aber noch nicht. Das Schließen der Einkommensschere geht in allen Bundesländern einfach viel zu langsam", erklärt Hannelore Binder, ÖGB-Landesfrauenvorsitzende
 
Am Equal Pay Day soll einmal im Jahr darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Benachteiligung der Frauen in Österreich nach wie vor beschämend ist und es daher dringend Maßnahmen braucht, um die Situation zu verbessern. Die ÖGB Frauen Burgenland werden rund um den Equal Pay Day unter dem Motto „Wieso ist seine Arbeit mehr wert ?“ betroffene Arbeitnehmerinnen sensibilisieren und über das Thema diskutieren. Die Aktionstage finden rund um den 9. Oktober statt. Verteilt werden rund 500 Anstecker in Form einer Schere, die  symbolisch für die Einkommensschere steht - rund ein Viertel Stoff fehlt, und Informationsfolder.
 
Die Einkommensdifferenz zwischen Männern und Frauen beträgt im Österreichdurchschnitt 23,2 Prozent. Das Burgenland liegt gemeinsam mit Wien und Kärnten bei der Einkommensdifferenz über dem Österreichschnitt, nämlich bei 23 Prozent, was bedeutet, dass der Equal Pay Day im heurigen Jahr im Burgenland offiziell auf den 9. Oktober fällt. Frauen arbeiten damit also 84 Tage gratis.

Gemessen am Jahresverdienst werden Frauen im Burgenland im Schnitt um 10.060 Euro geringer bezahlt als Männer. Diese Einkommensunterschiede bewirken für die Frauen geringere Ansprüche bei Arbeitslosigkeit und Pension. Nicht zu vergessen ist auch der wirtschaftliche Aspekt, denn nicht nur den Frauen fehlt diese Differenz im Geldbörsel, sondern auch den Familien, der Wirtschaft und dem Finanzamt.

Laut einer Studie sind Frauen, die Teilzeit arbeiten müssen, noch zusätzlich benachteiligt. Sie verdienen im Schnitt 24,2 Prozent weniger als Vollzeitbeschäftigte.

„Wenn man dann davon ausgeht, dass von österreichweit 942.000 Teilzeitbeschäftigten immerhin 789.000 oder 84 Prozent Frauen sind, ist klar, wer benachteiligt ist", so Binder.
Berechnung - Bezirke.

Die Bezirksstatistik zeigt, dass sechs Bezirke besser liegen als der Bundesdurchschnitt. Es sind dies die Freistadt Rust, der Bezirk Neusiedl am See, Oberpullendorf und Oberwart sowie die Südburgenländischen Bezirke Oberwart, Güssing und Jennersdorf. Wie schon im Vorjahr geht die Einkommensschere in der Stadt Eisenstadt am weitesten auseinander, gefolgt von Mattersburg und Eisenstadt-Umgebung.

In der Landeshauptstadt Eisenstadt arbeiten die Frauen im Burgenland am längsten „gratis“, laut Statistik endet die Bezahlung bereits am 29. September. Grund dafür ist nicht das niedrige Einkommen der Frauen – diese verdienen in Eisenstadt im Burgenlandvergleich am meisten – sondern der eklatante Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen. Pro Jahr bekommt eine Frau für die gleiche Arbeit um 13.833 Euro weniger Lohn bzw. Gehalt wie ihr männlicher Kollege. Am geringsten sind die Unterschiede in der Stadt Rust. Rust nimmt in der Österreichweiten Bezirkstatistik Platz eins ein. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Situation der Fraueneinkommen um 4,04 Prozent verbessert. Der Einkommensunterschied beträgt nur mehr 4.146 Euro. Im Südburgenland liegt die Einkommensdifferenz zwischen 7.700 und 9.600 Euro.


Die Gründe

• Frauen haben im Vergleich zu Männern aufgrund von Betreuungspflichten keine kontinuierlicheren Erwerbsverläufe
• Frauen sind häufiger geringfügig oder in Teilzeit beschäftigt
• Frauen werden unter ihrer Qualifikation eingesetzt
• Primär von Frauen erbrachte Leistungen - etwa in Betreuung und Pflege - werden tendenziell geringer bewertet.


Die Forderungen


• Einen kollektivvertraglichen Mindestlohn bzw. – gehalt von 1.500 Euro
• Die Verpflichtung zur Einkommensangabe in allen Stelleninseraten
• Die Weiterentwicklung der Einkommenberichte
• Die Verankerung von Frauenförderung als erzwingbare Betriebsvereinbarung

„Uns ist bewusst, dass es noch gewaltiger Anstrengungen braucht, um gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit rasch zu erreichen  – gemeinsam wollen wir das tun, denn Einkommensgerechtigkeit ist nicht nur Frauensache", so Binder abschließend.

Daher werden die ÖGB-Frauen im Burgenland heuer erstmals gemeinsam mit den Männern auf die Thematik aufmerksam machen. Bei einem Flashmob am Platz vor der Bergkirche werden Frauen und Männer die Einkommensschere symbolisch schließen.

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