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Kärnten

12-Stunden-Tag: Kein Schutz für Lehrlinge ab 18 Jahren

ÖGJ-Gasser: „Es geht von der Ausbildung Richtung Ausbeutung!“

„Es liegt auf der Hand, dass Lehrlinge künftig als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden sollen“, so Thomas Gasser, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend Kärnten (ÖGJ). So gibt es für jugendliche Lehrlinge zwar ein spezielles Schutzgesetz, nicht aber für Lehrlinge ab 18 Jahren. Für diese gilt - wie für alle anderen ArbeitnehmerInnen auch - das Arbeitszeitgesetz. Sollte die Gesetzesänderung wie geplant mit 1.1.2019 in Kraft treten, werden Lehrlinge über 18 Jahre von allen Änderungen, die der Initiativantrag vorsieht, betroffen sein.

„Dass Lehrlinge überhaupt Überstunden machen müssen, ist absurd. Schließlich absolvieren sie eine Ausbildung zu einem Beruf. Das sollte im Vordergrund stehen. Nach der achten Stunde wird kein Lernertrag mehr erzielt. Das wird jeder Pädagoge bestätigen“, so Gasser. Überstunden verfehlen somit laut ÖGJ den Zweck eines jeden Lehrvertrages.

Jetzt schon nicht freiwillige Überstunden

Vor allem in den Bereichen Tourismus, Handel sowie Gewerbe und Handwerk müssen von Lehrlingen bereits jetzt unfreiwillig Überstunden geleistet werden. „Im Tourismus ist es ganz extrem. 68 Prozent der Lehrlinge aus dieser Branche müssen Überstunden leisten, 29 Prozent unfreiwillig“, erklärt der ÖGJ Landesvorsitzende. Interessant sei laut Gasser auch, dass die unter 18-Jährigen, die gar keine Überstunden leisten dürften, tendenziell öfter Überstunden leisten. Für über-18jährige Lehrlinge in der Gastronomie kommt hinzu, dass die Ruhezeit nun auf 8 Stunden gekürzt werden kann.

Lehrlinge nicht als billige Arbeitskräfte ausnutzen

Für die Ausbildung von Lehrlingen erhalten Betriebe mindestens die sogenannte Basisförderung. Für jugendliche Lehrlinge sind laut Kinder und Jugendlichen-Beschäftigungsgesetz (KJBG) Überstunden verboten. Lehrlinge ab 18 dürfen laut dem neuen Gesetz dann auch bis zu 20 Überstunden in der Woche absolvieren. Diese müssen mit dem im Betrieb geringsten Facharbeiterlohn oder Angestelltengehalt bezahlt werden. „Es liegt auf der Hand, dass damit Lehrlinge vermehrt zu Überstunden verpflichtet und als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden“, so der ÖGJ Landesvorsitzende. „In diesem Fall kann dann aber nicht mehr von Lehre gesprochen werden. Wir bewegen dann ganz klar in Richtung Ausbeutung“, so Gasser abschließend.

In Kärnten gibt es insgesamt 7.090 Lehrlinge.

 

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