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Salzburg

ÖGB-Landessekretärin Hirschbichler zum 1. Mai

Auf die Interessen der ArbeitnehmerInnen schauen
Tag der Arbeit Tag der Arbeit

Der 1. Mai ist seit über 120 Jahren ein Kampftag der ArbeiterInnenbewegung. In dieser Zeit konnte der ÖGB zahlreiche Verbesserungen für ArbeitnehmerInnen erkämpfen. In einer Zeit, in der immer mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen sind, der Leistungsdruck kontinuierlich steigt, oft ein immenses Überstundenausmaß zu bewältigen ist und die „Working Poor“ immer mehr werden, gibt es jedoch noch einiges zu tun. Gerade in Krisenzeiten sind viele Arbeitsrechte und soziale Standards unter Druck, dieser Entwicklung stellen sich Gewerkschaften entschieden entgegen. Stattdessen tritt der ÖGB weiter dafür ein die Lage der arbeitenden Menschen weiter zu verbessern.

Fachkräftemangel: Unternehmen sollen ausbilden und nicht jammern
„Mit unserer Forderung nach einer Fachkräftemilliarde soll der österreichische Lehrstellenmarkt angekurbelt werden. Noch immer bilden viel zu wenige Unternehmen Lehrlinge aus. Wir können und wollen es nicht akzeptieren, dass in einem der reichsten Länder der Welt noch immer Jugendliche keine Lehrstelle in einem zukunftsträchtigen Beruf finden“, sagt ÖGB-Landesgeschäftsführerin Heidi Hirschbichler.
Das Konzept der Fachkräftemilliarde sieht vor, dass alle Unternehmen, die ausbilden könnten, in einen Topf ein Prozent der Bruttolohnsumme einzahlen. Das Geld soll dann an jene (derzeit nur 20 Prozent) Unternehmen fließen, die tatsächlich Lehrlinge ausbilden. Außerdem sollen aus der Fachkräftemilliarde die Plätze in überbetrieblichen Ausbildungsplätzen finanziert und so das Budget entlastet werden. Statt weiterhin über den Fachkräftemangel zu jammern, würden dann endlich mehr Unternehmen Lehrlinge ausbilden.

Auch LeiharbeiterInnen haben Recht auf sechste Urlaubswoche
Vor 30 Jahren wurde die sechste Urlaubswoche nach 25 Jahren Beschäftigung bei derselben Firma eingeführt. Damals war diese Limitierung vertretbar, da die meisten Menschen ihr ganzes Leben bei einer Firma beschäftigt waren. Die Arbeitswelt hat sich jedoch geändert. Derzeit profitieren nur 515.000 Menschen von der sechsten Urlaubswoche, obwohl mehr als 1,7 Millionen ArbeitnehmerInnen seit mehr als 25 Jahren beschäftigt sind. Bestraft werden also diejenigen, die so flexibel sind, wie die Wirtschaft das von ihnen verlangt – unter anderem die über 70.000 ZeitarbeiterInnen.

Gerechtes Steuersystem schaffen -  Vermögenssteuer einführen
„Der ÖGB wird aber auch bei der Vermögenssteuer dran bleiben“, sagt Hirschbichler. Noch immer tragen ArbeitnehmerInnen und KonsumentInnen den größten Teil der Steuerleistung. Den geringsten Teil tragen die Superreichen und Millionäre. Österreich liegt noch immer weit unter dem EU-Schnitt was die Besteuerung von Vermögen betrifft. Diese Schieflage muss rasch beseitigt werden, wenn ein gerechtes Steuersystem geschaffen werden soll.
„Die Gewerkschaften waren treibende Kraft hinter der Finanztransaktionssteuer. Genauso wenig wie wir bei der Finanztransaktionssteuer nachgegeben haben, werden wir bei der Frage der gerechten Verteilung des Wohlstandes nachgeben“, verspricht Hirschbichler.

Die Argumente der Wirtschaftskammer, dass Fachkräftemilliarde und die Ausweitung der sechsten Urlaubswoche dem Wirtschaftsstandort schaden würden, lässt Hirschbichler nicht gelten. „Mit der Fachkräftemilliarde würde dem jahraus, jahrein beklagten Facharbeitermangel begegnet. Die sechste Urlaubswoche würde dazu beitragen, ArbeitnehmerInnen länger gesund in Beschäftigung zu halten“, erklärt die ÖGB-Landesgeschäftsführerin.
Außerdem seien die ständig beklagten hohen Arbeitskosten in Relation mit Kosten und Produktivität in anderen europäischen Ländern zu setzen. „Österreich liegt mit 30,5 Euro pro Stunde auf dem achten Platz und nur unwesentlich hinter Deutschland mit 30,4 Euro pro Stunde. Bei der Arbeitsproduktivität hingegen liegt Österreich auf Platz 4 aller EU-Staaten. Hinter Luxemburg, Irland und Belgien und deutlich vor Deutschland.“

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