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Tirol

Einkommensschere klafft weiter auseinander

Männer verdienen 11.154 Euro mehr als weibliche Kolleginnen
ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Karin Brennsteiner
ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Karin Brennsteiner

Der Equal Pay Day – also jener Tag, ab dem Frauen bis Jahresende sozusagen kostenlos arbeiten – fällt in Tirol heuer auf den 12. Oktober. Zum Vergleich: Österreichweit ist es der 22. Oktober. „Das entspricht einer ‚Gratis-Arbeit‘ im Umfang von 81 Tagen!“, zeigt sich Tirols ÖGB-Frauenvorsitzende Karin Brennsteiner entsetzt.

„Der Einkommensverlust von 11.154 Euro ist immens! Der Einkommensnachteil liegt bei unglaublichen 22,1 Prozent, also mehr als ein Fünftel!“, so Brennsteiner. Und das obwohl die Krise ein helles Licht darauf geworfen hat, wie unverzichtbar die Arbeit von Frauen für unsere Gesellschaft ist. „Beschäftigte in den Gesundheitsberufen, im Handel, in der Reinigung oder in der Kinder- und der 24-Stunden-Betreuung halten das Land am Laufen. In diesen Branchen sind vorwiegend Frauen beschäftigt. In vielen dieser Berufe sind allerdings die Arbeitsbedingungen verbesserungswürdig und das Lohnniveau niedrig“, ergänzt Tirols ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth. Er befürchtet aufgrund der Corona-Situation eine weitere Verschärfung der Situation, mehr als die Hälfte der derzeit 19.694 Arbeitslosen in Tirol sind Frauen.

Die ÖGB Frauen setzen sich seit langem für gleichen Lohn für gleiche Arbeit ein, außerdem wollen sie mit einem flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen Frauen den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern. Auch innerhalb Tirols werden massive Ungleichheiten deutlich: Während in Innsbruck der Equal Pay Day erst am 5. November begangen wird, fiel dieser Tag in Reutte bereits auf den 23. September. „Das liegt mit Sicherheit auch zum Teil an der besseren sozialen Infrastruktur in der Landeshauptstadt. Dort sind Kinderbetreuungs- und Pflegeeinrichtungen besser erreichbar und haben längere Öffnungszeiten. Das erleichtert Frauen den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt“, verweisen die beiden Gewerkschafter auf die Notwendigkeit eines flächendeckenden Ausbaus.

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