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Vorarlberg

Gesundheitsmaßnahmen gehen in Rauch auf

vida-Landesvorsitzender Stemmer: "Nicht zu glauben, dass Murks bei Raucherregelung noch gesteigert werden kann."

Als enormen Rückschritt und eine fahrlässige Entscheidung bezeichnet der Landesvorsitzende der Gewerkschaft vida in Vorarlberg, Reinhard Stemmer, die Raucherregelung, auf die sich ÖVP und FPÖ geeinigt haben. „Die Gesundheit der über 5.000 Beschäftigten in der Gastronomie ist ÖVP und FPÖ wohl egal.“ Auch der Sparte würden die beiden Parteien mit ihrer Entscheidung nichts Gutes tun. Die Warnungen von ÄrztInnen und SuchtberaterInnen würden zudem ignoriert und der Raucherlobby in die Hände gespielt, so Stemmer.

Beim geplanten Rauchverbot ging es einerseits um den Schutz der Gäste und der Beschäftigten in der Gastronomie. „Für mich ist es ein Wahnsinn, wie jahrelange Bemühungen, das Rauchen zurückzudrängen, durch eine rein populistische Entscheidung zu Nichte gemacht werden“, ärgert sich Stemmer. ÖVP und FPÖ würden mit dem Aus für das Rauchverbot auch ihren arbeitnehmerfeindlichen Kurs fortsetzen. Die Belastungen in der Gastronomie seien jetzt schon hoch, betont Stemmer. „Wenn wir Fachkräfte wollen, die lange gesund im Job bleiben, müssen wir für entsprechende Arbeitsbedingungen sorgen.“ Zudem schade man dem Qualitätstourismus, ist Stemmer überzeugt.

Stemmer kritisiert auch die Scheinregelungen zum Schutz der Jugend. „Für mich stellt sich die große Frage, wie die Regelung mit Lehrlingen gehandhabt werden soll. Wenn unter 18-Jährige nicht mehr in den Raucherbereich dürfen, müssen die Betriebe dann zusätzliches „Raucher-Personal“ einstellen?“, fragt sich Stemmer. Die Maßnahme sei nicht durchdacht und kaum durchführbar. Sie schaffe nur zusätzlichen Aufwand für die Gastronomen, wenn sie zudem Alterskontrollen durchführen müssen. „Letztlich könnten wiederum die Beschäftigten zum Handkuss kommen, wenn beim Altersnachweis getrixt wird“, weist Stemmer auf eine weitere Problematik hin. Das angekündigte Rauchverbot im Auto sei eine reine „Augenauswischerei“ und ebenfalls kaum kontrollierbar. „Die FPÖ hätte sich besser mit gleicher Energie für Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten und unserer Kinder überlegen sollen. Auch die ÖVP scheint die Gesundheit der Menschen wenig zu interessieren“, ärgert sich Stemmer.

Laut der österreichischen Krebshilfe sind rund ein Drittel aller Krebserkrankungen auf das Rauchen zurückzuführen. Durch Passivrauch steigt das Lungenkrebsrisiko um 20 bis 30 Prozent. Die Supro in Vorarlberg ist überzeugt, dass der hohe Raucheranteil in Österreich nur durch ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie gesenkt werden kann. Für Stemmer zeigt sich hier auch, wie die beiden Parteien ihre Regierungsarbeit verstehen: „über alles einfach drüberfahren und Empfehlungen und Warnungen von Experten ignorieren“, so Stemmer. „Wir Gewerkschafter werden uns aber, wo wir können, hartnäckig für die ArbeitnehmerInnen und die Menschen in unserem Land einsetzen“, betont Stemmer abschließend.

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