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Vorarlberg

Tipps für den Umgang mit schwierigen Chefs

Für die einen Alltag, für manche nicht vorstellbar: schwierige Chefs. Es gibt aber Tipps und Tricks zum Umgang mit "schwierigen Vorgesetzten".
Eine Umfrage attestiert Vorgesetzten viele Mängel.
Eine Umfrage attestiert Vorgesetzten viele Mängel.

So klappt der Umgang mit schwierigen Chefs

Ein schwieriger Chef kann einem die Stimmung am Arbeitsplatz so richtig vermiesen. KollegInnen kann man zum Teil noch aus dem Weg gehen, dem Chef leider nicht. Es gibt aber einige bewährte Strategien, wie man umgeht mit Vorgesetzten, die aufbrausend, kontrollierend, unzuverlässig – oder alles zugleich – sind. Wir verraten Ihnen, welche.

Wie eine Umfrage des Jobportals Stepstone ergeben hat, kritisieren ArbeitnehmerInnen diese fünf Eigenschaften an ihren Vorgesetzten besonders:

- hinter ihrem Rücken schlecht über Mitarbeiter sprechen (54 Prozent)- einzelne Mitarbeiter bevorzugt behandeln (42 Prozent)

- jeden einzelnen Arbeitsschritt überwachen / Micromanaging (42 Prozent)

- meine Erfolge als die ihren ausgeben (41 Prozent)

- Kollegen öffentlich kritisieren (38 Prozent)

Keine Angst vorm Chef

Wer würde nicht gerne vom Vorgesetzten ständig gelobt und im betrieblichen siebten Himmel schweben. Die Realität sieht leider oft anders aus. Die Chef-MitarbeiterInnen-Beziehung birgt einiges an Konfliktpotenzial. Manch einer hat sogar Angst vorm Chef. Doch das braucht es sicher nicht! Den Umgang mit schwierigen Chefs kann man lernen.

Reflexion lautet das große Stichwort. Wer den Umgang mit einem schwierigen Boss erlernen will, muss zunächst genau beobachten, in welchen Situationen die Konflikte entstehen. Weil eine bestimmte Verhaltensweise ihrerseits beim Vorgesetzten in der Regel eine direkte Reaktion auslöst, ist es wichtig, dass man eine Gegenstrategie parat hat. Dazu muss man wissen: Was ist mein Chef für ein Typ?

Cholerischer Chef – was tun?

Wenn mancher Chef einen schlechten Tag hat, meiden die Angestellten die Nähe seines Büros. Denn sein Zorn kann jeden Mitarbeiter treffen – egal, ob die Person etwas mit dem Kernproblem zu tun hat oder nicht. Cholerische Anfälle sind ein unfaires Verhalten, das nur souveräne MitarbeiterInnen kalt lässt.

Das können Sie tun: Sie kennen sicher das Sprichwort „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“. Lassen Sie sich davon im Job nicht leiten. Im Umgang mit einem schwierigen Chef, der Sie anbrüllt, müssen Sie der Ruhepol sein. Schreien Sie in keinem Fall zurück. Atmen Sie tief durch und sparen Sie sich Ihr Feedback für ein ruhiges Gespräch auf.

Auf den Vorgesetzten ist kein Verlass

Verhält sich Ihr Chef manchmal wie ein Fähnchen im Wind? Gestern verkündete er noch mit breiter Brust eine Information, heute will er davon nichts mehr wissen? So können Sie auf Dauer nicht arbeiten.

Das können Sie tun: Stellen Sie Ihren Chef auf keinen Fall bloß; vor allem nicht, wenn Sie sich in einem Meeting mit anderen MitarbeiterInnen befinden. Aber lernen Sie daraus für die Zukunft: Lassen Sie sich wichtige Anordnungen im Job schriftlich geben. Oder fassen Sie nach dem Meeting das Gespräch zusammen und fragen Sie nach, ob Sie alles richtig verstanden haben.

„Mein Chef redet schlecht über mich“

Ihr Boss macht Sie vor versammelter Mannschaft runter? Kritik ist wichtig, damit wir uns verbessern. Aber muss Ihr Vorgesetzter deshalb Ihre Fehler vor den KollegInnen breittreten? Natürlich nicht.

Das können Sie tun: Schlucken Sie Ihren Ärger hinunter. So schwer das auch fällt, es ist eine gute Grundregel für den Umgang mit einem schwierigen Chef. Fangen Sie nicht an, über Details zu diskutieren. Bedanken Sie sich für das Feedback und sagen Sie ihm, dass sie darüber gern zu einem anderen Zeitpunkt und in einem anderen Umfeld mit ihm sprechen würden. Tun Sie das dann auch! Bringen Sie Ihren Unmut ruhig hervor und erklären Sie, was Sie verletzt hat und was Sie sich für die Zukunft wünschen.

Wenn der Boss ein Kontrollfreak ist

Die höflichere Formulierung für einen Kontrollfreak als Chef ist Mikromanager. Die Symptome sind allerdings dieselben: Ihr Vorgesetzter kann keine Aufgabe vollständig aus der Hand geben. Er hat seine Finger in jedem Projekt oder blickt Ihnen ständig über die Schulter. Welcher Mitarbeiter und welche Mitarbeiterin arbeitet schon besser, wenn er das Gefühl hat, permanent beobachtet zu werden?

Das können Sie tun: Seien Sie Ihrem Chef einen Schritt voraus. Geben Sie ihm von sich aus regelmäßige Updates. Dann werden Sie zumindest nicht bei der Arbeit unterbrochen und der Umgang mit dem schwierigen Chef wird leichter.

Langfristige Strategien für den Umgang mit schwierigen Chefs

Den Umgang mit schwierigen Vorgesetzten werden Sie nicht von heute auf morgen meistern. Stellen Sie sich besser auf einen längeren Prozess ein. Hier einige Tipps, wie Sie Ihr Verhältnis zum Vorgesetzten vielleicht doch verbessern können:

  • Zeigen Sie Verständnis.
    Versuchen Sie es mit Verständnis. Spannungen entstehen oft, weil Ihr Chef Stress ausgesetzt ist. Wenn Sie diesen Eindruck haben, können Sie von sich aus Hilfe anbieten: „Ich sehe, dass Sie viel um die Ohren haben. Kann ich Sie in irgendeiner Form unterstützen?“ Das nimmt ihm in vielen Situationen den Wind aus den Segeln.

  • Nehmen Sie Rücksicht auf seine Macken.
    Jeder Chef hat Dinge, auf die er allergisch reagiert. Wenn Sie ihn gut beobachten, werden Sie ein Muster erkennen – und können kritische Situationen mit etwas Planung verhindern. Legt ihr Vorgesetzter besonders viel Wert auf Ordnung, räumen Sie Ihren Schreibtisch auf, bevor Sie das Büro verlassen. Ist er ein Mikromanager, sollten Sie alle Berichte pünktlich abliefern, oder noch besser: etwas zu früh.

  • Nehmen Sie sein Verhalten nicht persönlich.
    Lassen Sie Ihre Gefühle zu Hause. Das ist einfacher gesagt als getan und erfordert für viele MitarbeiterInnen eine Menge Übung. Aber Sie werden den Umgang mit einem schwierigen Chef am schnellsten meistern, wenn Sie sein Verhalten nicht persönlich nehmen. Womöglich steht er selbst unter starkem Druck und muss den (zugegeben ungerechtfertigterweise) bei Ihnen und den KollegInnen ablassen.

  • Kehren Sie vor der eigenen Tür.
    Inwieweit sind Sie selbst für schwierige Situationen im Job verantwortlich? Gibt es ein bestimmtes Verhalten, das immer wieder die gleiche (unangemessene) Reaktion bei Ihrem Chef hervorruft? Stellen Sie sicher, dass Sie als Mitarbeiter oder Mitarbeiterin Ihren Anteil an einem harmonischen Verhältnis leisten.

  • Suchen Sie das Gespräch.
    Bemerkt der Chef Ihre Bemühungen nicht, dann ist ein klärendes Gespräch unumgänglich. Vereinbaren Sie einen Termin mit ihm und sagen Sie ihm offen, was Sie stört. Bleiben Sie im Gespräch höflich, aber halten Sie sich nicht zurück. Er soll den Ernst der Lage erkennen.

Ändert sich nichts – sagen Sie Adieu

Eine von gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung geprägte Chef-MitarbeiterInnen-Beziehung ist unabdingbar für eine positive Arbeitsatmosphäre. Falls sich das Verhalten Ihres schwierigen Vorgesetzten nicht ändert, obwohl Sie alles getan haben, um die Situation zu verbessern, brauchen Sie das Drama nicht länger mitzuspielen. Sagen Sie Adieu – und nutzen Sie die Gelegenheit, um sich nach einem anderen Job umzusehen.

Von Alenka Mladina für Robert Half, Personalvermittlung und Personaldienstleister

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