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Vorarlberg

Arbeiten bis zum Umfallen?

Arbeiten bis zur Pension? Viele glauben, dass sie das in ihrem Job nicht durchhalten.
Viele ArbeitnehmerInnen glauben nicht, dass sie bis zur Pension in ihrem Job durchhalten.
Viele ArbeitnehmerInnen glauben nicht, dass sie bis zur Pension in ihrem Job durchhalten.

„Es gibt viel zu wenige altersgerechte Arbeitsplätze und auch die Politik tut nichts, damit ältere ArbeitnehmerInnen gesund im Berufsleben bleiben können“, kritisiert ÖGB-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer anlässlich einer Auswertung des Österreichischen Arbeitsklima Index der AK. Stemmer fordert bessere Rahmenbedingung für altersgerechte Arbeitsplätze. „Hier sind Betriebe und Politik gleichermaßen gefordert, das Wissen und die Kompetenzen von älteren ArbeitnehmerInnen wertzuschätzen und nicht einfach zu verschwenden.“ Stemmer ist sich zudem sicher: „Die Wirtschaft braucht die Fachkenntnisse der Älteren.“

Es ist eine der größten Herausforderungen für Wirtschaft und Politik, die Arbeitswelt gesund zu gestalten. Dies gilt natürlich für alle Altersgruppen. Besonders sensibel ist jedoch die Gruppe der älteren MitarbeiterInnen. „Deshalb muss es das Ziel sein, den ArbeitnehmerInnen den Verbleib in der Arbeitswelt zu erleichtern“, fordert Stemmer. Laut dem aktuellen Arbeitsklima Index glauben rund die Hälfte der ArbeitnehmerInnen zwischen 36 und 55 Jahren nicht daran, bis zur Pension durchzuhalten – Frauen noch weniger als Männer. „Tatsache ist, dass die Bevölkerung immer älter wird und viele Unternehmen diese Entwicklung verschlafen haben.“ Die Politik habe zudem mit dem 12-Stunden-Tag und der 60-Stunden-Woche, mit neuen Zugangshürden für die Altersteilzeit und der Abschaffung des abschlagsfreien Pensionsantritts nach 45 Jahren genau gegenteilig gehandelt.

Der Arbeitsklima Index zeigt, dass das Konzept vom altersgerechten Arbeiten in Österreich noch nicht sehr weit verbreitet ist. Hauptansatzpunkte zu einer Verbesserung der Situation sieht Stemmer in einer eine Verkürzung der Arbeitszeit, sowohl der täglichen als auch der wöchentlichen. „Arbeitszeiten müssen flexibler gestaltet werden, insbesondere die Schichtarbeit. Die Altersteilzeit sollte ausgebaut werden. Und vor allem brauchen ältere Menschen anspruchsvolle Aufgaben, dafür weniger Druck, und keine betrieblichen Barrieren“, ist Stemmer überzeugt. „Wenn nötig braucht es auch einen Rechtsanspruch zum Beispiel auf einen entsprechend angepassten Arbeitsplatz, sowie auf Fort- und Weiterbildung.“ Stemmer fordert zudem einen wirkungsvollen Kündigungsschutz für ältere ArbeitnehmerInnen.

„Ältere Menschen haben viel Potenzial. Fähigkeiten wie Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein, Empathiefähigkeit, Loyalität und Durchhaltewillen steigen mit zunehmendem Alter an, wie die Arbeitsmedizin zeigt. Unternehmen und Politik sind gefordert, die Arbeitswelt den Bedürfnissen und Anforderungen älterer Menschen anzupassen“, betont Stemmer.

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