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Vorarlberg

Casino-Zerschlagung verhindern!

ÖGB-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer kritisiert den geplanten Stellenabbau bei den Casinos Austria.
500 MitarbeiterInnen sollen ihren Job verlieren und durch Automaten ersetzt werden.
500 MitarbeiterInnen sollen ihren Job verlieren und durch Automaten ersetzt werden.

Der Aufsichtstrat der Casinos Austria hat heute mit den Stimmen der AktionärInnen und der Österreichischen Beteiligungs AG (ÖBAG) einem Restrukturierungskonzept zugestimmt, mit dem österreichweit 500 der 1.700 Arbeitsplätze verloren gehen. Auch die beiden Standorte in Vorarlberg werden betroffen sein. „Es ist eine Unverschämtheit, wie in den letzten Jahren Millionengewinne gescheffelt wurden und in der Corona-Krise die Mitarbeiter auf Kosten des Staates in Kurzarbeit geschickt wurden, um dann ein Drittel davon hinauszuwerfen“, kritisiert ÖGB-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer. Er fordert von der Bundesregierung als Auftraggeberin der ÖBAG, ihrer Verantwortung nachzukommen und für den Erhalt der Arbeitsplätze zu sorgen. „Das ist kein Restrukturierungskonzept, sondern eine Gewinnmaximierung für die Aktionäre auf Kosten der MitarbeiterInnen!“

Die Casinos Austria haben in den letzten Jahren stets Gewinne verbucht. 2019 gab es sogar einen Rekordgewinn in Höhe von 112 Millionen Euro (!). „Die Unternehmensleitung nimmt die Corona-Krise zum Vorwand, um ein völlig verzerrtes Bild über die Situation bei den Casinos zu zeichnen. Die Kündigung von 500 MitarbeiterInnen ist in keinster Weise berechtigt. Hier geht es nur um die Gewinnmaximierung auf Kosten des Personals“, kritisiert Stemmer. Von den Sparplänen sind auch die Casino-Standorte in Bregenz und Kleinwalsertal betroffen. „Absolut unverschämt ist auch die Drohung der Konzernleitung, dass nur bei Gelingen des Sanierungskonzeptes alle 12 Standorte erhalten bleiben.“ Stemmer fordert die EigentümerverterInnen auf, ernsthafte Verhandlungen mit dem Zentralbetriebsrat aufzunehmen und ein Konzept zu erarbeiten, mit dem die wertvollen Arbeitsplätze gerettet werden können.

Stemmer sieht zudem die Bundesregierung in der Verantwortung. „Es kann nicht sein, dass die ÖBAG in Vertretung der Republik einem solchen Konzept zustimmt.“ Besonders verwerflich sei zudem, dass sich das Unternehmen über das Kurzarbeitmodell Steuergeld „ergaunert“ habe, im Wissen, dass danach ein Drittel der Belegschaft gekündigt werden soll. „Das stinkt zum Himmel und zeigt eindeutig, dass es der Unternehmensleitung nur darum geht, Geld zu scheffeln.“ Stemmer sieht auch Landeshauptmann Markus Wallner in der Pflicht, sich in Wien bei seinem Parteikollegen Sebastian Kurz für den Erhalt der Arbeitsplätze stark zu machen. „Sollte etwa der Standort im Kleinwalsertal geschlossen werden, verliert Vorarlberg auch wichtige Steuereinnahmen.“

Stemmer fordert die Casino-Unternehmensleitung auf, zurück an den Verhandlungstisch zu kehren und aufzuhören mit „Horrorszenarien“ medienwirksam die Öffentlichkeit zu täuschen. „Es muss eine vernünftige Lösung möglich sein, ohne dass 500 MitarbeiterInnen ihren Job verlieren. Mit möglichen Betriebsschließungen Druck machen zu wollen, ist zudem nicht die feine Art, wie man mit langjährigen MitarbeiterInnen umgeht“, betont der ÖGB-Landesvorsitzende.

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