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Frauen

Angekündigt, aber nicht geliefert!

Regierung will Karenzzeiten nicht gesetzlich anrechnen: Verzögerung kostet Eltern, vor allem Mütter, Zeit und Geld

Es ist an Dreistigkeit kaum mehr zu überbieten: Die Regierung kündigt an, Karenzzeiten voll anrechnen zu wollen, lässt dann Monate tatenlos vergehen, um nun zu erklären: Die Sozialpartner haben gute Ergebnisse bei den Kollektivvertragsverhandlungen erzielt, daher braucht es kein Gesetz. Die Regierung will damit anscheinend den Eindruck erwecken, als ob allen ArbeitnehmerInnen, natürlich fast ausschließlich Frauen, die Karenzzeiten nun voll angerechnet werden. Das ist schlicht und einfach falsch. 

Die Gewerkschaften haben in der Tat bei den diesjährigen KV-Verhandlungen – genauso wie in der Vergangenheit – Verbesserungen bei der Karenzanrechnung erzielt. Es gibt aber nach wie vor einige Bereiche, in denen diese noch nicht oder noch nicht im vollen Ausmaß umgesetzt ist. Das liegt allerdings am Widerstand der Arbeitgeber und nicht der Gewerkschaften. Und genau diese ArbeitnehmerInnen lässt die Regierung wieder einmal im Stich. Die Regierung verspricht, fordert und kündigt viel an, aber wenn es um die Interessen der Beschäftigten in Österreich geht, dann liefert sie nicht.

„Die Entscheidung für ein Kind oder den einen oder anderen Job darf nicht länger zu finanziellen Nachteilen führen. Die ÖGB-Frauen fordern die sofortige gesetzliche Anrechnung der Karenzzeiten für jedes Kind“, betont Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende: „Für uns sind alle Kinder gleich viel wert.“

157 Euro mehr pro Monat

Jede weitere Verzögerung kostet Eltern - und hier meist Mütter – im wörtlichen Sinn Zeit und Geld. Welchen finanziellen Unterschied die Karenzanrechnung ausmachen kann, zeigt ein Beispiel aus der chemischen Industrie:

Markus Z. ist seit sechs Jahren in einem Betrieb als Labortechniker beschäftigt und verdient 3.422,05 Euro brutto. Er geht 16 Monate in Karenz, um sich um sein Kind zu kümmern. Weil ihm diese 16 Monate angerechnet werden, und er deswegen auch im Gehaltsschema (von Verwendungsgruppe IV im 7. Jahr in Verwendungsgruppe IV im 9. Jahr) vorrückt, bekommt er bei seinem Wiedereinstieg 3.693,69 Euro brutto. Ohne die Anrechnung im Kollektivvertrag würde er nur 3.536,58 Euro brutto bekommen. Das sind 157 Euro, die Markus pro Monat mehr bekommt. Hochgerechnet auf ein Jahr sind das inklusive Sonderzahlungen 2.198 Euro brutto.

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