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Robotik und Künstliche Intelligenz: EU Parlament verabschiedet erste "Robotergesetze"

Risiken und Herausforderungen eines immer engeren Zusammenwirkens von Menschen und Robotern im Alltag

Roboter werden mehr und mehr Teil unseres Alltags, übernehmen mittlerweile die unterschiedlichsten Aufgaben und drängen in die verschiedensten Märkte. Die Veränderungen durch diese neuen Technologien betreffen jedoch nicht nur private Lebensbereiche, sondern in hohem Ausmaß auch den Arbeitsplatz vieler ArbeitnehmerInnen. Zugleich reduziert die Digitalisierung die menschliche Tätigkeit häufig auf das Überwachen von Maschinen und Computern. Die zunehmende Nutzung der Robotik und künstlicher Intelligenz (KI) wirft jedoch rechtliche und ethische Fragen auf.  Zudem wird es immer notwendiger, hier einen gemeinsamen EU weiten Rechtsrahmen und europäische Standards zu definieren, bevor die Mitgliedstaaten ihre eigenen, unterschiedlichen Gesetze umgesetzt haben. Der Rechtsausschuss (JURI) des Europäischen Parlaments hat daher schon im Mai letzten Jahres seinen Bericht mit Empfehlungen an die Kommission zu den zivilrechtlichen und ethischen Aspekten im Bereich Robotik veröffentlicht, der nun letzte Woche in Straßburg mit 396 Ja-, 123 Nein-Stimmen und 85 Enthaltungen angenommen wurde. Die luxemburgische Berichterstatterin der S&D-Fraktion,  Mady Delvaux, äußerte sich nach der Abstimmung enttäuscht darüber, dass ''die mitte-rechts Koalition aus ALDE, EVP und EKR es abgelehnt hatte, mögliche negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt zu thematisieren'' und somit  eine offene und nach vorne gerichtete Debatte unterbunden hat.

EU-Parlament fordert ethischen Verhaltenskodex und Europäische Agentur für Robotik

In der Entschließung werden bezüglich der Entwicklung der Robotik und der KI für die zivile Nutzung sowohl allgemeine, als auch ethische Grundsätze festgelegt. Um dieser Entwicklung ordnungsgemäß Rechnung zu tragen, ist erstens eine gemeinsame Bestimmung des Begriffs „intelligente autonome Roboter“ unerlässlich. Außerdem sollten die Forschung auf den Gebieten Robotik und IKT und die Untersuchungen der Folgen ihrer Verbreitung gestärkt werden.  Um den ethischen Grundsätzen Rechnung zu tragen, wurde der vorliegenden Entschließung zweitens eine Charta über die Robotik als Anhang beigefügt. Die Charta besteht aus einem ethischen Verhaltenskodex für Robotikingenieure, einem Kodex für Ausschüsse zu ethischen Fragen in der Forschung und Lizenzen für Konstrukteure und Nutzer. Der vorgeschlagene Rahmen steht in vollem Einklang mit der Grundrechtecharta der EU. Zudem wird die Schaffung einer Europäischen Agentur für Robotik und KI empfohlen. Die Agentur sollte die notwendige fachliche, ethische und regulatorische Kompetenz bereitstellen, um die betroffenen Akteure in der Öffentlichkeit unterstützen zu können.

Gewerkschaften machen auf die Herausforderungen der Beschäftigung im Zeitalter der Digitalisierung und Robotik aufmerksam

ÖGB-Präsident Erich Foglar hat schon in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass „der derzeit stattfindende Wandel einschneidender ist als alle vorherigen Innovationsstufen. Die Roboter der Zukunft werden ganz anders sein als zum Beispiel die gegenwärtig bekannten Schweißroboter. Stattdessen wird es eine völlig neue Art intelligenter Roboter geben“ und diese werden immer mehr Menschen von ihren Arbeitsplätzen verdrängen. Der Entschließungsantrag des EU-Parlaments fordert deswegen auch die Änderung unserer Sozialversicherungssysteme und sozialpolitischen Finanztransferkonzepte in Erwägung zu ziehen. Denn falls es viele Arbeitslose geben wird, müssen wir sicherstellen, dass sie weiterhin ein würdiges Leben führen können. „Das ist auch ein Aufruf an die Mitgliedstaaten, darüber nachzudenken, da diese Bereiche nicht Kompetenz der EU sind“, so die Berichterstatterin des Parlaments . Genau diese neuen Entwicklungen auf unserem Arbeitsmarkt, wie die Entstehung neuer Jobs und die veränderten Aufgaben die die zunehmende Digitalisierung mit sich bringt machen deutlich, wie wichtig die Themen Qualifizierung und der beruflichen Aus -und Weiterbildung sind.

Hintergrund

Angaben des Internationalen Verbandes für Robotik zufolge belief sich das durchschnittliche Wachstum beim Verkauf von Robotern zwischen 2010 und 2014 auf 17 % pro Jahr; der Umsatz steigerte sich im Jahr 2014 um 29 %. Die EU fördert die Robotik-Entwicklung in Europa über das Sparc-Programm. Über 120 Projekte werden unterstützt. Bis ins Jahr 2020 werden 700 Millionen Euro im Rahmen des "Horizon 2020"-Programms bereitgestellt.

 

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