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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

US-Gewerkschaftsbund AFL-CIO prangert europäische Konzerne an

Schwache Arbeitsschutzgesetze werden von EU-Tochterunternehmen oft ausgenutzt


Eine aktuelle Studie der AFL-CIO (größter nordamerikanischer Gewerkschaftsbund) zeigt: Viele europäische Konzerne untergraben in ihren ausländischen Unternehmungen oft grundlegende Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechte.

In verschiedenen Fallstudien zeigt ein aktueller Bericht, wie die schwache Arbeitnehmerschutzgesetzgebung in den amerikanischen Südstaaten ausgenutzt wird. Selbst von Konzernen, die sich in Europa gerne guter Gewerkschaftsbeziehungen rühmen.

Lohn- und Sozialdumping über amerikanische Niederlassungen

Der Bericht analysiert wie niedrige Löhne, niedrige Steuern, fehlende Gewerkschaftspräsenz und schwaches Arbeitsrecht die europäischen Unternehmen dazu bewegen, Arbeitsplätze in den Süden der USA zu verlagern, um den höheren europäischen Sozialstandards zu entkommen.

Die AFL-CIO kritisiert unter anderem Airbus, Fresenius, Ikea, LSG Sky Chefs, Nestlé, Schnellecke Logistics und Skanska dafür, „jedes Schlupfloch und jede Gelegenheit zu nutzen, um ArbeitnehmerInnen auszubeuten.“ Oft würden die Betriebsstätten in Bundesstaaten weiterverlagert, die noch niedrigere Arbeitsstandards bieten.

„Die Art und Weise, wie all diese europäischen Unternehmen im amerikanischen Süden agieren, ist ein weiteres Beispiel für die ausufernde Gier der Unternehmen“, beklagte Richard Trumka, Präsident der AFL-CIO, der gemeinsam mit EGB-Generalsekretär Luca Visentini das Vorwort des Berichts verfasst hat. „Der Bericht zeigt, wie tief die Konzerne sinken können, um auf Kosten der Rechte und Freiheiten von ArbeitnehmerInnen Gewinne zu erzielen. Ihre Doppelmoral ist komplett inakzeptabel. Wenn sie Gewerkschaften und Arbeitnehmerrechte in ihren Heimatländern respektieren, sollen sie das gleiche auch in ihren globalen Niederlassungen tun.“

Breite Allianz aus Gewerkschaften und NGOs für globale Arbeitnehmerrechte

Im globalen Wettbewerb stehen die vergleichsweise hohen europäischen Lohn- und Arbeitnehmerschutzstandards permanent unter Druck. Für den EGB ist es daher ein wesentliches Anliegen, globale Mindeststandards zu etablieren. Entsprechend hat sich der EGB an der Erstellung des Berichts beteiligt. Darüber hinaus wurde kürzlich die gemeinsame Erklärung „Ein Aufruf zur Einhaltung der EU-Rechtsvorschriften für Menschenrechte und Umweltverträglichkeitsprüfung“  von über 80 Gewerkschaften und NGOs erstellt.

„Menschenrechte, wie die Freiheit, einer Gewerkschaft beizutreten und kollektiv über Löhne und Arbeitsbedingungen zu verhandeln, müssen von Unternehmen gewahrt werden – egal wo sie tätig sind“, fordert Luca Visentini. „Europäische Unternehmen, die Gewerkschaften und Arbeitnehmerrechte in ihren eigenen Ländern anerkennen, sollten dies auch in anderen Ländern der Welt tun, wenn sie dort tätig sind. Die EU sollte von ihren Unternehmen, sowie deren Tochter- und Subunternehmen verlangen, dass sie bei ihren Aktivitäten innerhalb und außerhalb der EU die Menschenrechte respektieren, wie dies nach französischem Recht bereits erforderlich ist. Wir brauchen ein EU-Gesetz zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht, Menschenrechte zu wahren.“

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