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Gerade in Krisenzeiten zeigt sich: Unsere Pensionen sind stabiler. yurakrasil – stock.adobe.com

Darum sind unsere Pensionen sicher

Österreich zeigt, dass ein gutes Leben im Alter für alle möglich ist.

Wenn ich alt bin, kriege ich eh keine Pension.“ Bestimmt hast du diesen Satz schon einmal gehört, oder? Er wird ständig wiederholt – im TV, auf Social Media oder am Stammtisch. Aber nur weil etwas ständig wiederholt wird, heißt es nicht, dass es wahr ist.

Gerade in Krisenzeiten zeigt sich: Unsere Pensionen sind stabiler. Während private Pensionen von der Börse abhängen und durch Kursschwankungen unter Druck geraten können, ist unsere gesetzliche Pension nicht direkt davon betroffen. Der Grund dafür ist das sogenannte Umlageverfahren.

Deal zwischen Jung und Alt

Unser Pensionsmodell funktioniert einfach: Wer heute arbeitet, zahlt die Pensionen der Großeltern. Später zahlen dann die nächsten Generationen deine Pension. Das nennt man Generationenvertrag. Das ist kein Trick, sondern ein faires Miteinander, das seit Jahrzehnten gut funktioniert.

Märchen vom Pensionsloch

Oft heißt es, das gesetzliche Pensionssystem, die Österreich-Pension, sei „zu teuer“ und stehe kurz vor dem Kollaps. „Das stimmt so nicht. Tatsächlich beteiligt sich der Staat bewusst an der Finanzierung – als Ausdruck sozialer Verantwortung und Solidarität. Dieses Steuergeld sorgt dafür, dass auch Menschen eine faire Pension bekommen, die zum Beispiel Kinder erzogen haben oder krank waren“, betont Anja Hafenscher, ÖGB-Expertin für Sozialrecht. „Diese Sicherheit ist kein Luxus, sondern die Basis für eine solidarische Gesellschaft und seit Beginn fix vorgesehener Finanzierungsbestandteil unserer Pensionen.“

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Wer zahlt eigentlich was?

Besonders interessant – und das wird oft verschwiegen – ist: Wir Arbeitnehmer:innen zahlen den Großteil unserer Pension durch unsere Beiträge selbst. Bei Selbstständigen und Bauern schießt der Staat prozentuell viel mehr Steuergeld zu. „Gerade wir Arbeitnehmer:innen sorgen dafür, dass das alles funktioniert. Trotzdem wird gefordert, dass wir immer länger arbeiten – und das, obwohl es viele schon jetzt nicht gesund bis zur Pension schaffen oder im Alter ihren Job verlieren. Wir sagen ganz klar: Nein! Wir haben uns ein gutes Leben im Alter verdient und lassen uns das nicht wegnehmen“, stellt Hafenscher klar.

Blick über die Grenze

Ein Blick nach Deutschland zeigt, was wir richtig machen. In Deutschland sind die Pensionen im Schnitt deutlich niedriger. Warum? Weil das System kaputtgespart wurde und nicht alle in denselben Topf einzahlen. Beamte haben eigene Regeln, viele Selbstständige zahlen gar nichts ein. Die Folge: Es fehlt das Geld. In Österreich unterliegen unselbstständig als auch selbstständig Erwerbstätige der gesetzlichen Pensionsversicherung. Auch Beamtinnen und Beamten wurden in das gesetzliche Pensionssystem überführt. Außerdem wurde dem Privatisierungsdruck nicht nachgegeben. Deswegen sind die Pensionen höher als in unserem Nachbarland. Ein Erfolg, auf den wir stolz sein können.

Unsere Pension ist kein Auslaufmodell. Wir lassen sie uns nicht schlechtreden.
Anja Hafenscher, ÖGB-Expertin für Sozialrecht

Realität oder Panikmache?

Warum wird uns dann ständig eingeredet, unsere österreichische Pension sei kurz vor dem Zusammenbruch? Die Antwort ist einfach: Wenn du glaubst, dass es später keine Pension mehr gibt, wehrst du dich weniger gegen ein höheres Pensionsalter oder gegen Kürzungen. „Dahinter steckt eine Lobby, die will, dass du private Versicherungen abschließt. Davon profitieren vor allem aber Banken und Versicherungskonzerne, aber sicher nicht du“, betont die ÖGB-Expertin Hafenscher.

Es liegt an uns

Die österreichische Pension ist kein Auslaufmodell, sondern ein weltweit anerkanntes Erfolgsmodell. Und sie bleibt sicher – solange wir sie verteidigen und nicht zulassen, dass sie uns schlechtgeredet wird.

Mehr Infos: oegb.at/sicherepension

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